Landwirtschaft unter dem Gesichtspunkt der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie



(Vorab-Manuskript einer Radiosendung in einem offenen Kanal)
Zusammenfassung: Landwirtschaft übt großen Einfluß auf die Umwelt aus. Die Bundesregierung berücksichtigt das Thema demzufolge in ihrer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und definiert entsprechende Indikatoren und Kennzahlen, um die Umweltauswirkungen zu bewerten.
Eine durchgeführte Recherche zu dem Thema „Landwirtschaft unter dem Gesichtspunkt der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“ kommt zu der Feststellung eines dringenden Handlungsbedarfes. Politik muss Klarheit schaffen. Sie muss Nachhaltigkeit ausformulieren. Sie darf nicht bei einer unverbindlichen Leitbilddefinition stehen bleiben. Sie muss der Verantwortung gerecht werden, um deren Übernahme sie sich beim Wähler beworben hat. Der Verweis der Bundeskanzlerin „Nachhaltigkeit geht jeden etwas an“ entbindet nicht von dieser Verantwortung. Die Grenze der Belastbarkeit der Erdsystemelemente Klima, Stickstoffkreislauf und Biodiversität ist bereits zu weit überschritten, als das man die weitere Entwicklung allein dem (oft interessenabhängigen) Engagement der Gesellschaft überlassen könnte. Auch die Gesellschaft ist deutlicher über Ihre Verantwortung aufzuklären, da ein direkter Zusammenhang zwischen einer nachhaltigen Landwirtschaft und dem Konsumverhalten besteht. Gegenwärtig wird das Kaufverhalten allzu oft von einer Niedrigpreisphilosophie verführt. Die Politik muss auch deutlicher erklären und Maßnahmen ergreifen, um zu zeigen, dass die Erzeugung von Lebensmitteln bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen ihren Preis hat. ......Lesen Sie das Manuskript einer Radiosendung zu dem Thema.

Landwirtschaft  unter dem Gesichtspunkt der
nationalen Nachhaltigkeitsstrategie (NNS)
(Vorab-Manusskript einer Radiosendung im offenen Kanal)

Sendung Teil 1

Vom Klönschnack zur echten Herausforderung


Ich befinde mich seit Kurzem im sogenannten Ruhestand. Einen Teil meiner freien Zeit nutze ich, um gemeinsam mit einem ehemaligen Arbeitskollegen an öffentlichen Ringvorlesungen der Uni Hamburg teilzunehmen. Die interessanten Inhalte liefern ausreichend Stoff über den wir uns nach den Vorlesungen trefflich „streiten“. ……………….
Irgendwann war da die Idee, einen Bauernhof zu besichtigen, der vor einigen Jahren im Zuge des Generationswechsels von konventioneller auf biologische Landwirtschaft umgestellt hatte. Im Gespräch mit dem Bauern gewann man den Eindruck, dass die förderpolitischen Rahmenbedingungen ein relevantes Existenzrisiko für Hof darstellen. Wir hatten das Gefühl, etwas tun zu müssen. Es entstand die Idee eines Interviews des Landwirtes, das anschließend in einem offenen Radiokanal veröffentlicht werden sollte. Ein Konzept war schnell erstellt, doch schon die erste Auseinandersetzung mit agrarspezifischen Themen zeigte die Komplexität des Vorhabens. Um das Interview auf bzw. mit belastbaren Fakten führen zu können, musste eine Fülle von Informationen verarbeitet werden. Das schien unsere Kompetenz  zu überfordern. Um das hochinteressante zukunftsrelevante Thema der Landwirtschaft nicht aufgeben zu müssen, entschieden wir uns zu einem Konzeptwechsel. Demzufolge sollte zunächst eine Recherche wichtiger Aspekte der Landwirtschaft durchgeführt werden.

Das Ergebnis des ersten Googlens nach Agrarinformationen versetzt die uns ob des unüberschaubaren Umfanges in endloses Stauen. Das betrifft sowohl die Vielzahl an Publikationen, Dokumentationen, Statistiken, Gesetzen und Verordnungen als auch die Vielzahl der involvierten Organisationen. Schnell schimmern beim Überfliegen relevanter Thementexte die unterschiedlichen Ansichten bzw. Interessen der beteiligten Akteure durch. Um die unterschiedlichen, oft gegensätzlichen Standpunkte bewerten zu können, sucht man nach einer allgemeinverbindlichen Basisinformation, in der wesentliche Grundlagen und Ziele der Landwirtschaft definiert sind. Hier wurde die „Nationale Nachhaltigkeitsstrategie – Statusbericht 2012“ (NNS) der Bundesregierung als geeignete Grundlage identifiziert. Im Vorwort des Statusberichtes erklärt Angele Merkel, Zitat:

Deutschland hat seit zehn Jahren eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie. Sie wird kontinuierlich weiterentwickelt. …. der Fortschrittsbericht gibt im Sinne einer umfassenden Bestandsaufnahme einen Überblick, wie sich diese Maxime in der gesamten Politik der Bundesregierung widerspiegelt. Dabei setzt er drei Schwerpunkte. Im Mittelpunkt steht als erster Schwerpunkt das Thema nachhaltiges Wirtschaften….. Nachhaltigkeit geht jeden etwas an. Sie lebt entscheidend vom persönlichen und zivilgesellschaftlichen Engagement“.
Die Nachhaltigkeitsstrategie sollte in der weiteren Arbeit als Orientierung dienen.

Sendung Teil 2                                            

Exkurs: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

1987 gründeten die Vereinten Nationen die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (genannt Bundtland Kommission):  Sie definierte folgende Leitsätze:
„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ und weiter
„Im wesentlichen ist dauerhafte Entwicklung ein Wandlungsprozess, in dem die Nutzung von Ressourcen, das Ziel von Investitionen, die Richtung technologischer Entwicklung und institutioneller Wandel miteinander harmonieren und das derzeitige und künftige Potential vergrößern, menschliche Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.
Die weitere Entwicklung:
·         1992 fordert die Agenda 21 von den Ländern die Entwicklung nationaler Nachhaltigkeitsstrategien.
·         2001!!! beruft die Deutsche Bundesregierung den Rat für nachhaltige Entwicklung.
·         2002 legt Deutschland auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung ihre nationale Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Titel "Perspektiven für Deutschland" vor.

Die Strategie legt Themen-Eckpunkte fest: 
Generationsgerechtigkeit, Lebensqualität, Sozialer Zusammenhang sowie Internationale Verantwortung
und nennt Maßnahmen für die Handlungsfelder:
Energie und Klimaschutz, Verkehr, Landwirtschaft sowie globale Verantwortung.
·         Die durch die Maßnahmen erzielten Wirkungen werden anhand von Indikatoren überwacht. Zu diesem Zweck sind den Indikatoren messbare Zielen zugeordnet.
·         Die Erreichung der Ziele wird vom Statistischen Bundesamt zweijährlich in Fortschrittsberichten dokumentiert.
·         Im Fortschrittsbericht 2012 finden sich folgende Aussagen zu den Indikatoren und Zielen:
Einerseits machen sie schlaglichtartig gesellschaftli­chen bzw. politischen Veränderungsbedarf deutlich; damit ermöglichen sie eine informierte Diskussion aller Beteiligten über notwendige Reformen.
Andererseits sind sie auch Management- und Steue­rungsinstrumente. Sie sollen das staatliche Handeln beeinflussen. Um ihre Wirkungskraft für die Arbeit der Bundesregierung zu verstärken, werden sie insbesondere in die Gesetzesfolgenabschätzung einbezogen.
 Damit die Indikatoren als Managementinstrumente dienen können, müssen die mit ihnen verbundenen Ziele erreichbar sein; um Anstöße für weitere Fort­schritte zu geben, dürfen sie sich aber nicht auf den Business-as-usual-Pfad beschränken. Wo dies mög­lich ist, sollten zudem Tragfähigkeitsgrenzen oder notwendige Qualitätsniveaus angegeben werden, beispielsweise das international vereinbarte 2-Grad-Ziel im Klimaschutz
Der Indikatorenkatalog soll der aktuellen Erkenntnislage angepasst werden.
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Neben der Bundesregierung haben Länder und Kommunen damit begonnen, regionale und lokale Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln. Der Prozess ist nicht abgeschlossen.
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Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie nennt für den hier interessierenden Bereich der Landwirtschaft drei Indikatoren:

1. Artenvielfalt
2. Stickstoffüberschuss
3. Ökologischer Landbau


Sendung Teil 3

Ergebnisse der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie

Das Statistische Bundesamt (DESTATIS) veröffentlicht jährlich den Sachstand der Indikatoren-Ziele. Im Folgenden werden die entsprechenden Informationen zu den o.gen. Indikatoren in „Indikatoren zu Umwelt und Ökonomie - 2013“ wörtlich wiedergegeben:

Artenvielfalt
Eine große Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen ist eine wesentliche Voraussetzung für
einen leistungsfähigen Naturhaushalt. Die natürliche Artenvielfalt und Landschafts-
qualität in Deutschland ist seit Jahrhunderten durch Nutzung überprägt. Zur Erhaltung
und Verbesserung der Vielfalt bedarf es nachhaltiger Formen der Landnutzung, einer
Begrenzung von Emissionen und des schonenden Umgangs mit der Natur.
Die Berechnung des Indikators basiert auf der Bestandsentwicklung von 59 Vogelar-
ten, die die wichtigsten Landschafts- und Lebensraumtypen Deutschlands repräsentieren. Der Indikator bildet indirekt auch die Situation anderer Tierarten mit ähnlich komplexen Lebensraumansprüchen ab. Für jede Vogelart wurden Bestandszielwerte für das Jahr 2015 festgelegt. Aus dem Grad der Zielerreichung aller 59 Vogelarten ergibt sich der Wert des Gesamtindikators. Nach einer methodischen Umstellung der Basisdaten wurden die aktuellen Zeitreihen neu berechnet. Der Indikator lag bereits im Jahr 1990 deutlich unter den Werten, die für die siebziger Jahre rekonstruiert wurden. Über die letzten zehn Beobachtungsjahre hinweg (2000 bis 2010) hat sich der Indikatorwert statistisch signifikant weiter verschlechtert, im Schnitt um 0,6 % pro Jahr. 2010 lag er bei 68 % des Zielwerts. Das Ziel von 100 % ist bei Fortsetzung der bisherigen Entwicklung nicht zu erreichen. Im Vergleich mit den historischen Werten für 1970 und 1975 hat der Teilindikator für Agrarland besonders stark abgenommen. 2010 lag er bei 63 % des Zielwerts und entwickelte sich in den letzten zehn Jahren bis 2010 statistisch signifikant weg vom Ziel.
Die Teilindikatoren für Wälder (78 %), Binnengewässer (69 %) und Siedlungen (66 %)
zeigten in den Jahren von 2000 bis 2010 keinen statistisch signifikanten Trend. Eine
Trendwende beim Gesamtindikator könnte insbesondere durch Maßnahmen zur Verbesserung der Verhältnisse im Agrarraum befördert werden.

Im Vergleich mit den Formulierungen im Jahre 2012 fällt auf, dass die Verursachung durch den Bereich der Landwirtschaft deutlich schwächer formuliert wird. Beispielsweise wurden folgende Hinweise im aktuellen Bericht 2013 nicht mehr gegeben:

„…..Die wichtigsten Ursachen für den Rückgang der Artenvielfalt sind – regional unterschiedlich – eine intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung, …….sowie Stoffeinträge (z. B. Säurebildner oder Nährstoffe)……
…….Grünlandumbruch und zunehmender Energiepflanzenanbau können negative Auswirkungen auf Landschaftsqualität und Artenvielfalt haben…..“


Es stellt sich die Frage nach den Gründen. Gibt es Interessengruppen, möglicherweise im Zusammenhang mit der europäischen gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), deren reformierte Neufassung Anfang 2014 vom deutschen Parlament verabschiedet werden soll. Dazu später mehr. Zunächst wird das Ergebnis des Indikators Stickstoffüberschuss betrachtet. Der Fortschrittsbericht 2013 enthält folgenden Wortlaut:

Stickstoffüberschuss
„Stickstoff ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Er dient auf der landwirtschaft-
lichen Nutzfläche als Düngemittel, um verbrauchte Nährstoffe zu ersetzen sowie die
Erträge und Qualität von Ernteprodukten und die Bodenfruchtbarkeit zu sichern. Dabei
kommt es auf eine effiziente Ausnutzung des Nährstoffes an. Auch weitere Quellen
(Tierproduktion, Verkehr u. a.) tragen über den Luftpfad zum Eintrag von Stickstoff auf
die Fläche bei. Überschüssiger Stickstoff führt zur Verunreinigung des Grundwassers, zur Überdüngung von Gewässern und Landökosystemen und zur Entstehung von Treibhausgasen und versauernden Luftschadstoffen (siehe Indikatoren 2, 5, 13). Der Stickstoffindikator ergibt sich rechnerisch aus der Gegenüberstellung von Stickstoffzufuhr und Stickstoffabfuhr. Es werden Stickstoffzufuhren mit Düngemitteln, aus atmosphärischer Deposition, biologischer Stickstofffixierung, Saat und Pflanzgut sowie Futtermitteln berücksichtigt. Die Stickstoffabfuhr findet über pflanzliche und tierische Produkte statt. Der Gesamtsaldo wird nach dem Prinzip der Hoftor-Bilanzberechnet, das heißt Stickstoffflüsse im innerwirtschaftlichen Kreislauf werden – mit
Ausnahme der inländischen Futtermittelerzeugung – nicht ausgewiesen. Wenngleich
eine gewisse Stickstoffmenge für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit notwendig ist,
können die bilanzierten Überschüsse als Maß für die Umweltbelastung durch Stick-
stoff herangezogen werden. Die Bundesregierung hatte das Ziel, die landwirtschaftlichen Stickstoffüberschüsse bis zum Jahr 2010 auf 80 kg Stickstoff pro ha und Jahr zu re-
duzieren. Dieses Ziel konnte nicht erreicht werden, ein Drittel des Wegs zum Ziel blieb offen. Zwischen 1991 und 2010 ist der Saldo (Dreijahresmittel) von 130 kg/ha und Jahr auf 97kg/ha und Jahr (25 %) zurückgegangen. In den letzten fünf Jahren lag der durchschnittliche jährliche Rückgang bei 1,6 %. Die Ursprungswerte für die Einzeljahre zeigten zuletzt starke
Schwankungen und sind seit 2009 wieder deutlich angestiegen“

Das selbstgesteckte Nachhaltigkeitsziel der Bundesregierung wird also auch bzgl. des Indikators Stickstoffüberschuss deutlich verfehlt. Die entsprechende Formulierung im Fortschrittsbericht fällt eher moderat aus. Deutlicher wird die Zielverfehlung durch die Zahlenreihe: Ist 1991: 130 kg/ha – Ziel 2010: 80 kg/ha – Ist 2011: 112 kg/ha. Gründe für die Verfehlungen werden in dem Fortschrittsbericht 2013 explizit nicht genannt. Sie liegen in einer nicht (mehr) verantwortbaren Produktionsweise der intensiven, konventionellen Landwirtschaft. Dieser Schluss liegt nahe, wenn man die Bekanntgabe einer Stellungnahme zur Düngeverordnung vom 23.08.2013 auf der Homepage des Sachverständigenrates für Umweltfragen liest: Zitat

„Die Wissenschaftlichen Beiräte für Agrarpolitik (WBA) und für Düngungsfragen (WBD) beim BMELV sowie der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung übergeben heute ihre gemeinsame Kurzstellungnahme Novellierung der Düngeverordnung: Nährstoffüberschüsse wirksam begrenzen an Staatssekretär Dr. Robert Kloos (BMELV). „ Zentrale Umweltziele im Agrarbereich werden in Deutschland nach wie vor nicht erreicht“, so Prof. Friedhelm Taube (WBA), unter dessen Federführung die Stellungnahme erarbeitet wurde. Den dringenden politischen Handlungsbedarf nehmen die Räte zum ersten Mal seit ihrem Bestehen zum Anlass für eine gemeinsame Stellungnahme und fordern eine über die bisherigen Vorschläge hinausgehende Reform der Düngegesetzgebung“

Während die Stellungnahme im weitesten Sinne den Mainstream aus Sicht der Nachhaltigkeit wiedergibt, vermittelt der Deutsche Bauernverband mit der Veröffentlichung einer Pressemitteilung vom 28.08.2013 zu der genannten Stellungnahme einen deutlich abweichenden Standpunkt. Zitat:

„Die wissenschaftlichen Beiräte für Agrarpolitik und für Düngungsfragen des BMELV sowie der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) bestätigen, dass in den letzten 20 Jahren beachtliche Fortschritte bei der Düngung erreicht wurden. Die Effizienz der eingesetzten Stickstoffdünger sei zwischen 1990 und 2010 deutlich angestiegen, so die Wissenschaftler. Die Erträge seien gesteigert und gleichzeitig die Nährstoffüberschüsse reduziert worden. Diese Erfolge bei der Steigerung der Düngeeffizienz dürften nicht kleingeredet werden,….
… Nicht akzeptabel sei in diesem Zusammenhang, dass die EU-Kommission eine Verlängerung der sogenannten Derogationsregelung verweigere), so der DBV. Die Fortsetzung dieser auch aus Sicht der EU-Kommission vorbildlichen und umweltgerechten Regelung, bei der Betriebe mit hohem Nährstoffbedarf auf Grünland bis zu 230 kg Stickstoff (statt 170 kg: der Verfasser) pro Hektar aus Wirtschaftsdüngern decken können, dürfe nicht weiter von einer massiven Verschärfung des Düngerechts abhängig gemacht werden….
…. Auf Verwunderung stieß beim DBV zudem die Äußerung der agrarpolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion (bis 2013: der Verfasser), Dr. Christel Happach-Kasan, wonach eine umfassende Reform des Düngerechts längst überfällig sei und die bisherigen Maßnahmen nur einen geringen Erfolg gehabt hätten….. „

Ein ergänzender Blick auf die Homepage des Industrieverbandes Agrar (IVA) mit dem Suchbegriff „Düngemittel“, findet neben positiven Absatzprognosen keinerlei Hinweise auf nachhaltigkeitsrelevante Aspekte der (Stickstoff-)Düngung.

Eine Lösung für die sich aus der intensiven Landbewirtschaftung ergebenden Nachhaltigkeitsprobleme besteht in dem Ausbau des ökologischen Landbaus. Zu diesem Indikator liefert der Fortschrittsbericht 2013 eine Ziel- und Ergebnisbetrachtung. Zitat:

Ökologischer Landbau
„ist besonders auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Er schont die Natur
und Umwelt und leistet einen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft sowie zur Siche-
rung der Beschäftigung im ländlichen Raum. Zu den Anbauregeln gehören unter anderem der Verzicht auf leichtlösliche mineralische Düngemittel und gentechnisch veränderte Organismen sowie der eingeschränkte Einsatz chemisch-synthetischer Stoffe.
Der Indikator nennt die im Ökolandbauverfahren genutzte Fläche von Betrieben, die
dem Kontrollverfahren der EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau unter-
liegen, als Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Er umfasst sowohl
die voll auf Ökolandbau umgestellten als auch die noch in der Umstellung befindli-
chen Flächen. Die Bundesregierung beabsichtigt, die Rahmenbedingungen für Land-
wirte so zu gestalten, dass in den nächsten Jahren (aber ohne konkreten Zeithorizont)
ein Flächenanteil von 20 % erreicht werden kann. Von 1994 bis 2012 stieg der Flächenanteil des ökologischen Landbaus an der land-wirtschaftlichen Nutzfläche von 1,6 % auf
6,2 % (1 034 355 Hektar). Gegenüber dem Vorjahr nahm die Ökolandbaufläche in 2012 nur noch um 0,1 Prozentpunkte bzw. 18 729 Hektar zu. Die Zunahme hat sich in den letzten Jahren verringert. Bei gleich bleibend schwacher Entwicklung würde der Indikator noch drei Jahrzehnte bis zum Erreichen des Zielwerts benötigen.
Unter den Bundesländern verfügte Bayern mit 20 % (207 863 Hektar) über den größten
Anteil der Ökolandbaufläche in Deutschland, gefolgt von Brandenburg (14 %) und
Mecklenburg-Vorpommern (12 %). Die Umstellung auf Ökolandbau wird von den
einzelnen Bundesländern in unterschiedlichem Umfang gefördert. Die Umstellung auf
den Ökolandbau kann in Flächenkonkurrenz zu anderen Nutzungen, u. a. auch der
geförderten Erzeugung erneuerbarer Energien auf der Landwirtschaftsfläche geraten.
Für die EU27 schätzt Eurostat für 2010 den Anteil der Ökolandbaufläche an der gesam-
ten landwirtschaftlichen Nutzfläche auf 5,1 %“.

Neben den Indikatoren „Artenvielfalt“ und „Stickstoffüberschuss“ erreicht auch der Indikator „ökologischer Landbau“ nicht das von der Bundesregierung gesteckte Ziel. Zwar gibt es hier keine Zeitvorgabe, die Stagnation des Flächenzuwachses der letzten Jahre genügt einem problemkonformen Nachhaltigkeitsfortschritt bei weitem nicht.

Sendung Teil 4

Kritik an der Zielverfehlung

Die durchgeführte Untersuchung zeigt, dass die strategischen Maßnahmen der Bundesregierung auf den Agrarsektor bezogen, die selbstgesteckte Ziele des nachhaltigen Wirtschaftens nicht erreichen. Berücksichtigt man, dass bereits die definierten Ziele nur die aus wissenschaftlicher Sicht ableitbaren Minimalanforderungen an nachhaltiges Wirtschaften widerspiegeln, muss festgestellt werden, dass die Politik auf diesem Gebiet den eigenen Anforderungen nicht gerecht wird. Die Politik agiert hier im Spannungsfeld eines Konfliktes zwischen ökologischen Gesetzmäßigkeiten und ökonomischen Interessen. Dabei scheint die Macht der Vertreter einer intensiven Agrarwirtschaft sowie der Agrarindustrie die Politik weiterhin zu dominieren. Diesen Zusammenhang bestätigt die Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler im Januar 2014 in der Beantwortung eines offenen Briefes (dazu später mehr). Die Kritik an der Bundesregierung ist deshalb so deutlich zu formulieren, weil sie in der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie die Ursachen der Bedrohung der Ökosysteme klar erkennt. Zitat:
„Durch die stärkere Integration der nationalen Volkswirtschaften in den Weltmarkt, die Globalisierung, und die Marktliberalisierung gerade auch im Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind diese Sektoren einem erheblich verschärften internationalen Wettbewerb mit hohem strukturellen Anpassungsdruck ausgesetzt. Der intensivierte internationale Wettbewerb birgt seinerseits die Gefahr, dass zur Begrenzung bzw. Senkung von Produktionskosten öffentliche Güter, wie z.B. natürliche Ökosysteme oder die biologische Vielfalt, stärker belastet und über ihre Regenerationsfähigkeit hinaus beansprucht werden. Diese Gefahr besteht besonders bei hohem Exportanteil von Agrargütern und intensiver Veredelung sowie Be- und Verarbeitung agrarischer Rohstoffe, wenn gleichzeitig die öffentlichen Güter nur einem geringen Schutzniveau unterliegen.“

Das Versagen der Politik gibt Anlass über die Rolle des Bürgers in dem Interessenkonflikt nachzudenken. Die Macht des sogenannten Verbrauchers besteht einerseits in seinem Konsumverhalten. Dies wiederum ist abhängig von seinem Informationsstand und (vermeintlich) von seinen jeweiligen wirtschaftlichen Möglichkeiten.Das sich daraus ergebene Machtpotential wird vermutlich nicht genutzt. Die Gründe liegen laut dem Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLM) darin, dass die Politik trotz steigender Nachfrage die falschen Signale setzt: Zitat:

Politik steht auf der Bremse. Ein wesentlicher Grund für den schleppenden Zuwachs der
ökologisch bewirtschafteten Fläche sind die falschen Signale der Politik. In Baden-Württemberg streicht die schwarz-gelbe Landesregierung die Förderung für Neuumsteller. Das ebenfalls schwarzgelb regierte Schleswig Holstein beendet mit der Umstellungs-
und Beibehaltungsförderung die gesamte Ökoförderung. Während andere europäische Länder in den Ökologischen Landbau investieren und ihre Öko-Fläche deutlich ausgeweitet
haben, ist die Förderung in Deutschland zwischen 2004 und 2009 um elf Prozent gesunken. Deutschland, das einstige Vorreiterland für den Ökologischen Landbau, findet sich heute
bei der Förderung und dem Anteil ökologisch bewirtschafteter Fläche im europäischen Mittelfeld wieder“

Im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) hätte die Bundesregierung die Chance, Maßnahmen zu ergreifen um ihre selbstgesteckten Ziele tatsächlich zu erreichen. Die Reform sollte ein sogenanntes Greening, d.h. eine (weitere) Ökologisierung der Landwirtschaft einleiten. Die Reform liegt als Entwurf vor. Die Stellungnahmen verschiedener Akteure zu den Reformvorschlägen fallen hinsichtlich umwelt- und agarrelevanter Aspekte durchweg negativ aus. Man befürchtet ein grünwaschen (greenwashing). So spricht die ‚Kommission Landwirtschaft‘ des Bundesumweltamtes, eine Abteilung der zentralen Umweltbehörde der Bundesrepublik, von „Halbherzigkeit“ im Zusammenhang mit der GAP-Reform. Hier Ausschnitte aus der Zusammenfassung der Stellungnahme:

„Die Vorschläge der EU-KOM zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die
Jahre 2014-2020 sind auf das Ziel ausgerichtet, zu einer besseren Integration von
Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz beizutragen (Integrationsszenario).Sie sollen
insgesamt dem Prinzip „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ mehr Gewicht
geben und so zu einer besseren Legitimation der immer noch erheblichen öffentlichen
Mittel für den Agrarsektor beitragen. Die KLU sieht im Grundsatz eine Reihe guter
Ansätze in den Vorschlägen, die im Detail aber halbherzig bleiben und damit die
Zielerreichung der Reform in Frage stellen…

·         Die Ökologisierungskomponente selbst bleibt in ihrer Wirkung schwach: Kriterien für Stickstoffüberschuss und Viehbesatzdichte fehlen völlig, die Anforderungen an die Fruchtartendiversität und das Grünlandumbruchverbot entfalten in der vorliegenden, stark verwässerten Fassung kaum relevante Steuerungseffekte, die geforderte Einrichtung ökologischer Vorrangflächen (ein Kernstück der Reform aus Sicht des Umweltschutzes) sind quantitativ unzureichend und drohen qualitativ weiter verwässert zu werden.
·         Die Möglichkeiten gekoppelter Stützungen sowie der Förderung benachteiligter Gebiete sollten stärker im Sinne des Umweltschutzes instrumentalisiert werden.
·         In der zweiten Säule fehlt der klare Vorrang für den Umweltschutz. Hohe Hürden bei Kofinanzierung und Administration stellen ihre Wirksamkeit insgesamt in Frage. Die KLU empfiehlt den verantwortlichen Akteuren (EU Kommission, AgrarMinisterrat, Europaparlament), die genannten Defizite bis zur Verabschiedung der Reform zu beseitigen. Sie unterbreitet dazu Vorschläge im Detail. Die KLU begrüßt weiterhin eine GAP-Reform auf der Grundlage eines Integrationsszenarios. Sie empfiehlt jedoch der EU-Kommission, dem Rat und dem Europaparlament, dass es zu keiner weiteren Aufweichung der Umweltschutz-Komponenten kommt. Sollte jedoch im Verlauf des weiteren politischen Einigungsprozesses das „Greening“ zu einem „Greenwashing“ degenerieren, sähe sie keine tragfähige Begründung für die Beibehaltung öffentlicher Mittel für die Agrarpolitik mehr gegeben.“
.

Sendung Teil 5

Ergebnisse einer Forumsdiskussion

Um einen Eindruck über das Meinungsbild der betroffenen Bauern zu gewinnen, haben das Thema „nationale Nachhaltigkeitsstrategie“ in dem Forum „Landtreff – Treffpunkt für Landleute“ diskutiert. Das Gros der Kommentatoren des Forums dürfte der konventionellen Landwirtschaft zuzuordnen sein.
Das Ergebnis kann folgendermaßen zusammengefasst werden:

Die Kritik an der Zielverfehlung war ist in erster Linie an die Politik gerichtet und mit der Frage nach zukünftigen Maßnahmen zur Erreichung der selbstgesteckten Nachhaltigkeitsziele der landwirtschaftlichen Indikatoren Artenvielfalt, Stickstoffüberschuss ökologischer Landbau verbunden. Die Thematisierung (durch einen Fachfremden, den Autoren) wurde in dem Forum als unberechtigte Kritik der Gesellschaft an dem Berufsstand der Landwirte gewertet.

Der Begriff der Nachhaltigkeit stieß auf totale Ablehnung mit beispielweise folgender Formulierung:
·         „Allein die willkürliche Definition des Begriffes "Nachhaltigkeit" ist schon eine Farce. Es gibt kein Handeln des industriell geprägten Menschen, das nachhaltig ist. Allein die Erzeugung von Nahrungsmitteln ist nachhaltig, da muss man keine Diskussion drüber führen…“

In Folge dieser Ablehnung fallen auch die Kommentare über die einzelnen Indikatoren ablehnend aus. Beispiel Indikator Artenvielfalt:
·         „Flächen verringern sich täglich, Schutzgebiete erweitern sich täglich, Infrastruktur wächst täglich, Wohnraum ist erforderlich, Ausgleichsmaßnahmen werden zusätzlich der Landwirtschaft abgerungen.....und der Landwirtschaft wird zusätzlich die Schuld am Verlust einer wie auch immer gearteten Biodiversität gegeben...“

Beispiel Indikator Stickstoffüberschuss:
·         Stickstoff ist m.E. eh kein Thema der Nachhaltigkeit, da fast unendlich vorhanden.
Das ist eher ein Thema der Umwelt, wobei es schon genug ernstzunehmende Wissenschaftler gibt, welche die positiven Wirkungen von Nitrat auf den Körper stärker bewerten als die (eh nur hypothetischen) negativen Auswirkungen. Solange im TV irgendwelche dummen Leute auftauchen, die mit Panik in der Stimme beteuern, ihr Brunnenwasser (mit 80 mg/Liter) könnten sie nicht mal mehr zum Gießen des Gemüses nehmen, ist eh Hopfen und Malz verloren

Beispiel Indikator Ökologischer Landbau:
·         Die Nachhaltigkeitsziele wurden von einer grünen Regierung erstellt, die keine Ahnung davon hatte, WAS Nachhaltigkeit ist. Und irgendwie wurde der Blödsinn vergessen zu canceln.
20% sogenannter "ökologischer" Landbau würde eine nationale Katastrophe auslösen. Es sein denn, wir würden auf Kosten der armen Länder modernen Kolonialismus betreiben und unsere fehlenden Nahrungsmittel in der Dritten Welt produzieren.“

Neben überwiegend pauschal abweisenden Kommentaren werden seltener handlungsorientierte Hinweise gegeben: Beispiel Indikator Stickstoffüberschuss:
·         „Wir können wirklich nachhaltig nur Einträge reduzieren, wenn wir uns darüber unterhalten, wie wir das Ertragspotential der Böden VOLL ausschöpfen. Dazu bedarf es optimaler Pflanzenschutzstrategien und verbesserter Wetterprognosen. Eine kranke oder sonst im Wuchs gehinderte Pflanze nimmt den freigesetzten bzw. mineralisierten Stickstoff aus dem Boden nicht auf.“

Ohne den Anspruch auf Allgemeingültigkeit macht die Forums-Diskussion dennoch auf ein deutliches Missverständnis zwischen Landwirtschaft und „übriger“ Gesellschaft aufmerksam. Dazu tragen vermutlich auch die Medien bei. Deren Kommunikation konzentriert sich nach Meinung des Forums hauptsächlich auf die Schilderung von medienwirksamen Verfehlungen, die anschließend in der Bevölkerung zu einer Unterbewertung der Leistungen des Gros der rechtskonform wirtschaftenden Landwirte (ver-)führt.
Aus der nahezu geschlossenen Ablehnung des Indikators ökologischer Landbau durch
die Forumsteilnehmer resultierte die Frage nach den Unterschieden zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft.

Sendung Teil 6

Unterschiede zwischen konventioneller und ökologischer LW

Der Versuch des Normalbürgers den Unterschied zwischen konventioneller und  ökologischer Landwirtschaft  zu erkennen, stößt zunächst auf ein umfassendes Begriffsspektrum. Nach einer daraufhin durchgeführten Internet-Literatur-Recherche ergibt sich folgendes Bild:
Bis ca. Mitte der 1970er Jahre kannte man eine Differenzierung in der Landwirtschaft nicht. Erst mit der Entstehung alternativer Varianten wurde die bis dahin übliche Form als konventionelle Landwirtschaft bezeichnet. Nach einigen Vorläufern alternativer Landwirtschaftsformen zu Beginn des 20.Jahrhunderts entwickelten sich im Zuge des aufkommenden Umweltbewusstseins in den 1970er/80er Jahren mehrere alternative Methoden, die mit dem Sammelbegriff ökologischer Landbau bezeichnet wurden. Die jeweiligen Produzenten haben sich in Öko-Verbänden zusammengeschlossen. Die bekanntesten Öko-Verbände sind Biokreis, Bioland, Biopark, Demeter, Ecoland, Ecovin, Gäa, Naturland. Zu den Öko-Verbänden gehören häufig nicht nur die Erzeuger sondern auch Verarbeitungs- und Handelsbetriebe. Die Mitglieder müssen sich an die von den Verbänden definierten Richtlinien halten, die sich bzgl. der ökologischen Anforderungen ähneln. Die Unterschiede liegen eher in den Lebensanschauungen und den daraus resultierenden Grundsätzen.
1991 wurde die EG-Öko-Verordnung inkraftgesetzt. Darin wurden Mindestanforderungen an ökologische Betriebsformen definiert. Die Verordnung ermöglichte zahlreichen Landwirten auf eine ökologische Betriebsweise umzustellen, ohne einem Öko-Verband angehören zu müssen. Die ökologischen Anforderungen dieser EG-Öko-Verordnung liegen allerdings deutlich unter den Richtlinien der Öko-Verbände.
Die gesetzlichen Minimalanforderungen an einen konventionell wirtschaften Betrieb sind im EU-Recht in der Verordnung EG Nr. 1750/1999 definiert. Danach „ist die gute landwirt-schaftliche Praxis im üblichen Sinne der gewöhnliche Standard der Bewirtschaftung, die ein verantwortungsbewusster Landwirt in der betreffenden Region anwenden würde. Die Mitgliedstaaten legen in ihren Plänen zur Entwicklung des ländlichen Raums überprüfbare Standards fest. In jedem Fall umfassen diese Standards die Einhaltung von verpflichtenden allgemeinen Umweltauflagen“.
Zu den nationalen Standards gehören Düngeverordnung, Pflanzenschutzgesetz, Bundes-Bodenschutzgesetz), Tierschutzgesetz, Tierschutznutztierhaltungsverordnung, Viehverkehrsverordnung und zur Lebensmittelsicherheit. Landwirte, die Direktzahlungen (Subventionen) in Anspruch nehmen, müssen neben den Standards der guten landwirtschaftlichen Praxis zusätzlich anderweitige Verpflichtungen übernehmen. Diese Verpflichtungen gelten unter dem Namen Cross Compliance in allen EU-Mitgliedsländern. Die ökologisch wirtschaften landwirtschaftlichen Betrieb müssen zusätzlich die EG-Öko-Verordnung und die speziellen Richtlinien des Öko-Verbandes, dem sie jeweils angehören, einhalten.
Zusammenfassen muss man heute zwischen drei Landwirtschaftsformen unterscheiden :
   

  • der konventionellen Landwirtschaft mit Anforderungen nach guter fachlichen Praxis (EG NR. 1750/1999 Artikel 28) und Cross Compliance,

  • dem ökologischen Landbau (ohne Verbandszugehörigkeit) mit zusätzlichen Anforderungen nach EG-Öko-Verordnung,

  • dem ökologischen Landbau (mit Verbandszugehörigkeit) mit zusätzlichen Anforderungen nach den Richtlinien der jeweiligen Öko-Verbände.
                              
Das Ziel der konventionellen Produktionsmethoden besteht in der Erzeugung maximaler Erträge pro Flächeneinheit. Um das zu erreichen, müssen Energie, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Tierarzneimittel eingesetzt werden. Dieser Energie- und Stoffeinsatz wird wirkungsgradabhängig nur teilweise für die Erzeugung genutzt. Die ungenutzten Anteile führen zu Umweltbelastungen. Darüber hinaus führen Stoffumsetzungsprozesse zu Emissionen z.B. in Form von
Kohlendioxyd (CO2), Lachgas (N2O) und Methan (CH4).
Die ökologische Landwirtschaft unterliegt den gleichen Gesetzmäßigkeiten. Sie versucht die negativen Auswirkungen der Lebensmittelerzeugung durch eine möglichst naturnahe Bewirtschaftung zu minimieren bzw. zu vermeiden. Das geschieht im Rahmen der Aufrechterhaltung eines weitgehend geschlossenen Nährstoffkreislaufes, der Erhaltung bzw. Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit sowie einer artgerechte Tierhaltung. Vor diesem Hintergrund werden nach EG-Öko-Verordnung u.a. folgende Praktiken angewandt:
  • ·         Keine Anwendung von Gentechnik,
  • ·         Verzicht auf leicht lösliche mineralische Düngemittel,
  • ·         keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel,
  • ·         Gründüngung durch stickstofffixierende Pflanzen, Einsatz langsam wirkender organischer Dünger,
  • ·         ausgeprägte Humuswirtschaft,
  • ·         umfangreiche Fruchtfolgen
  • ·         keine chemisch-synthetische Wachstumsregulatoren, keine Hormone,
  • ·         Antibiotika nicht prophylaktisch,
  • ·         Möglichst kein Zukauf von Futtermitteln
  • ·         Nur gelistete Zusatzstoffe
Die Richtlinien der Öko-Verbände gehen, wie oben bereits erwähnt, über die genannten Praktiken hinaus.
Seit Jahren werden Untersuchungen durchgeführt, die die Unterschiede zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft quantitativ nachweisen sollen. Dabei steht die Forschung bzgl. der Sicherstellung der Vergleichbarkeitskriterien vor großen Herausforderungen. Unter Berücksichtigung aller Einschränkungen bei der Nachweisführung zeigt die Summe der Ergebnisse einen Trend, der auch aus sieben Studien unterschiedlicher Einrichtungen vom Forschungsinstitut für ökologischen Landbau (FiBL) abgeleitet wird. Die Ergebnisse, die im FiBL-Dossier Qualität und Sicherheit von Bioprodukten veröffentlicht wurden, werden im Folgenden zusammenfassend wiedergegeben:

Produktqualität
Leichte Nachteile biologischer Produkte: Proteingehalt, Backqualität,
Kein Unterschied: Pathogene: Keime, Schwermetalle
Leichte Vorteile biologischer Produkte: Mineralstoffe, Proteinqualität, Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe, Genusswert,
Prozessqualität, Auswirkungen auf die Umwelt
Ökolandbau ist schlechter: kein Indikator
Ökolandbau ist gleich: Klima, Luft
Ökolandbau ist besser: Biodiversität, Landschaft, Boden, Wasser, Energie

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln
Zum Thema Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in pflanzlichen Produkten veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (im Ernährungsbericht 12- Kapitel 4) Ergebnisse, die in der folgenden Tabelle gegenübergestellt sind:


Proben
Keine Rückstände
Rückstände unter Grenzwert
Grenzwertüber-schreitungen
Konventionell
70.358
39,1%
56,6%
4,1%
Ökologisch
5.028
81,2%
18,4% (>0,01 mg/kg)
0,8%

In 40% der Untersuchungen auf Mehrfachrückstände wurden positive Befunde ermittelt. Ohne Zahlenangabe bescheinigt der Ernährungsbericht der ökologischen Landwirtschaft deutlich geringere Mehrfachrückstände.

Rückstände von Tierarzneimitteln
Rückstände von Tierarzneimittel (insbesondere Antibiotika) werden häufig in tierischen Lebensmittel nachgewiesen. Dabei kommt es selten vor, dass die zugelassenen Grenzwerte überschritten werden. Eine belastbare Untersuchung zum Vergleich der konventionellen und der ökologischen Landwirtschaft wurde nicht gefunden. Der gezieltere Einsatz von Tierarzneimittel ohne vorbeugende Anwendung dürfte bei den Ökoprodukten zu geringeren Rückständen führen. Auf die Relevanz der Minimierung des Antibiotikaeinsatzes weist Prof. Dr. Manfred Grote in labor&more hin. Zitat:

Es zeigt sich, dass die zur Verfügung stehende Datenbasis zu gering ist, um verlässliche Risikoabschätzungen im Rahmen eines vorsorgenden Verbraucherschutzes zu ermöglichen. Mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie DART [1] veröffentlichte die Bundesregierung im November 2008 ein Konzept, dessen zentrales Ziel die Reduzierung der Bildung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen in Deutschland ist. Als Konsequenz aus den beschriebenen rückstandsanalytischen und mikrobiologischen Befunden sowie der zunehmenden Brisanz der Resistenzlage sind Strategien und interdisziplinäre Forschungsansätze zu entwickeln, die zu einem nachhaltigeren Einsatz von Veterinärantibiotika in der Landwirtschaft führen, mit dem Ziel der Resistenzprävention“.

Neben den Qualitätskriterien interessieren auch die Ertragsunterschiede. Zu diesem Aspekt liest man in verschiedenen Veröffentlichungen von einer Differenz von ca. 20% zu Gunsten der konventionellen Landwirtschaft. Dagegen stehen ca. 30- 50% geringere Düngemitteleinsätze.

Zusammenfassung: Die wissenschaftliche Datengrundlage für eine Quantifizierung der Unterschiede zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft ist als gering zu bezeichnen. Dazu kommen standortspezifische Kriterien wie Boden- und Klimaverhältnisse, die die Prozesseigenschaften überlagern.  Vor diesem Hintergrund kommt der Autor zu der Einschätzung, dass Detailergebnisse kritisch bewertet werden sollten. Aus der Summe der Ergebnisse ist jedoch ein deutlicher Trend ableitbar, der bzgl. Umweltauswirkungen und
Produktqualität Vorteile für den Ökologischen Landbau dokumentiert. Die Frage, ob eine Ernährung mit ausschließlich ökologisch erzeugten Produkten gesundheitliche Vorteile bringt, kann derzeit wissenschaftlich nicht beantwortet werden. Hier dürften auch psychologische Aspekte eine Rolle spielen.

Die Vorteile des Ökologischen Landbaus unterstützen die nationale Nachhaltigkeitsstrategie, deren Ziele mit Nachdruck angestrebt werden sollten. In Anbetracht dessen, dass die Belastungen des Erdsystems durch den Menschen ein Ausmaß erreicht haben, bei dem plötzliche globale Veränderungen der Umwelt nicht mehr auszuschließen sind (Stockholm Resilience Centre u.w.- vgl. die Seite Biodiversität in diesem Blog), sollten die Bedingungen für den Ausbau kurzfristig verbessert werden. Die Politik hat die Chancen, dies im Rahmen der GAP-Reform (ab 2014) zu realisieren, nicht genutzt. Eine anders orientierte Agrarlobby konnte das verhindern.
Vor diesem Hintergrund interessierte besonders die Meinung eine praktizierenden Öko-Landwirtes.

Sendung Teil 7

Umstellungserfahrungen Erfahrungen eines LW,  – (Interview)


Über den folgenden Link hören Sie ein Interview mit dem Ökolandwirten Detlef Wehrmann. Er betreibt Milchwirtschaft auf einem 85 ha großen Hof in Schleswig-Holstein und gehört dem Bioland-Verband an. Er ist weitgehend zufrieden. Von der Politik erwartet er nicht viel, da sie nicht "unabhängig" von dem Einfluss der Agrarindustrie agiert.
Das Interview führte Hans-Günter-Müller im Febr. 2014.


Sendung Teil 8

Offene Briefe

Die von verschiedenen Institutionen geäußerte Kritik an den Verfehlungen der Indikatorziele war Anlass, gleichlautende offene Briefe an Politiker und dem Agrarbereich zugehörige Institutionen zu schreiben. Die Briefe enthielten u.a. folgende Fragen:

„… welche Möglichkeiten sehen Sie im Rahmen Ihres Mandats, Maßnahmen der Politik so zu gestalten bzw. zu beeinflussen, dass die landwirtschaftlichen Indikator-Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zukünftig planmäßig erreicht werden können?

Unbeantwortet blieben die Briefe an den deutschen Bauernverband und den Ökoverband Biopark.
Die im Wahlbezirk von der Autoren gewählten Abgeordneten Michael Grosse-Brömer (MdB/ CDU) und Norbert Böhlke (MdL/CDU) bekennen sich grundsätzlich zu den Zielen der NNS. Auf die Kritik an der Politik, nach der die bisherigen Maßnahmen zur Unterstützung der Zielerreichung nicht ausreichen, gehen Sie allerdings nicht ein, sondern heben stattdessen die bisher realisierten Ergebnisse als positive Leistungen hervor. Wesentlich klarer äußert sich die ebenfalls für den Wahlbezirk zuständige Svenja Stadler (MdB/SPD). Eine Ökologisierung der Agrarwirtschaft sieht Frau Stadler nicht und macht die Agrarlobby auf EU-Ebene dafür verantwortlich. Der Industrieverband Agrar bekennt sich zum Engagement für die NNS. Der Ökolandbau wird von dem Verband indirekt als ungeeignet angesehen und die Notwendigkeit des Einsatzes von Dünge- und Pflanzenschutzmittel, der im Ökolandbau deutlich eingeschränkt ist, hervorgehoben. Zitat: „Nur damit kann nach­haltig ein Ertrag erzeugt und gesichert werden, der das wirtschaftliche Überleben des Ein­zelbetriebs sicherstellt.“. Das BMLE missversteht die Fragen des offenen Briefes und antwortet mit einem kurzen historischen Abriss über die Entwicklung der NNS. Besonders originell erscheint die Reaktion der Fördergemeinschaft nachhaltige Landwirtschaft (fnl). In Telefonaten erklärte eine Mitarbeiterin der fnl, den offenen Brief nicht beantworten zu können, da die fnl  "nicht zu dem Thema Nachhaltigkeit arbeitet sondern nur vermittelt"..
Vor dem Hintergrund der Aufforderung der Bundeskanzlerin Zitat: „Nachhaltigkeit geht jeden etwas an. Sie lebt entscheidend vom persönlichen und zivilgesellschaftlichen Engagement“ erscheinen die Antworten insgesamt eher dürftig. Berücksichtigt man den Eindruck nach dem nicht bei allen Angeschrieben von der Kenntnis der NNS ausgegangen werden kann, kommen Zweifel an einem ausreichenden persönlichen und zivilgesellschaftlichen Engagement auf.

Sendung Teil 9

Reflexion

Der Bericht (die Sendung) zeigt, wie aus einem unverbindlichen Klönschnack eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem komplexen Bereich der Landwirtschaft wurde. Erstaunt ist man über ein hohes Maß an eigener Unkenntnis über die sozialen, ökologische, ökonomischen und technischen Zusammenhänge auf dem Gebiet der Lebens- und Ernährungsgrundlagen. Erstaunt ist man deshalb vermutlich auch über die kontroversen Ansichten zum Thema Nachhaltigkeit. Die Gegensätze bestehen in erster Linie zwischen den konventionell wirtschaften Bauer mit Unterstützung einer global agierenden Lobby der Agrarindustrie und der zahlenmäßig geringen Gruppe der Ökobauer, deren Lobby sich aus diversen NGOs und deren Sympathisanten rekrutiert. Dieser in der Öffentlichkeit wahrnehmbare Gegensatz wurde jüngst auf der Grünen Woche in Berlin durch die Demo „Wir haben es satt“ dokumentiert. Dem Aufruf von mehr als hundert Organisationen folgten ca. 30.000 Menschen, die gegen die Agrarindustrie und für eine tiergerechte und ökologische Agrarwende demonstrierten. Ein Normalbürger, der im Allgemeinen weder den fachlichen Agrar-Hintergrund kennt, noch über die Zeit verfügt, um sich eine eigene emotionsfreie Meinung bilden zu können, ist hier eindeutig überfordert. Unterstützt wird die Kontroverse dadurch, dass Fehlverhalten von Landwirten oder Veredelungsbetrieben beider Gruppierungen in den Medien oft in einer Weise kommuniziert werden, die gleich die gesamte jeweils betroffene Branche in Misskredit bringt. Eine differenzierende, Zusammenhänge aufklärende Berichterstattung ist die Ausnahme. Die Beiträge der Politik stiften zusätzliche Verwirrung. Die Fachministerien vertreten keine klare Linie, die dem genannten Normalbürger Orientierung gebende könnte. Allein die Fülle Ihrer Internet-Information stellt eine kaum lösbare Herausforderung dar. Inhaltlich besteht erheblicher Aufklärungsbedarf. So kann ohne fachliche Bildung nicht nachvollzogen werden, dass eine EU-Öko-Verordnung die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft definiert und subventioniert, und Jahre später das Förderprogramm für den „Ökologischen Landbau“ um „andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft“ erweitert wird. Was bitteschön soll der Normalbürger darunter verstehen? Sind Bereiche des konventionellen Landbaus mittlerweile auch als nachhaltig einzuordnen? Oder ist man sich nicht im Klaren darüber, was unter Nachhaltigkeit tatsächlich zu verstehen ist. Diesen Eindruck kann der Normalbürger gewinnen, wenn er zufällig in der Richtlinie des BMELV zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungs-vorhaben…..für eine nachhaltige Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von land-wirtschaftlichen Produkten (vom 7. Juli 2011) von folgender F+E-Maßnahme erfährt: „Entwicklung umfassender Nachhaltigkeitskriterien in der Landwirtschaft.“ Sofern hier tatsächlich ein Erkenntnisdefizit besteht, erklärt sich möglicherweise die Zwiespältigkeit deutscher Politik zum Thema Gentechnik. Wie sonst kann man verstehen, dass der auf den Gentechnikeinsatz verzichtende Ökolandbau als nachhaltig eingestuft und gefördert wird und gleichzeitig Fördermittel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für die gentechnische Forschung bereitgestellt werden. Mit deren Unterstützung konnten sich laut „biotechnik.de“ Tochterunternehmen der BASF Patente an gentechnisch veränderten Pflanzen sichern. Diese augenscheinliche Widersprüchlichkeit wird getoppt durch die mehrdeutige Formulierung eines Forschungsgebietes gemäß o. gen. Richtlinie mit dem Titel: „Nachhaltige Steigerung und Sicherung des Ertrags z.B. durch Erschließung des Leistungspotenzials genetischer Ressourcen.“
Eine Reflexion der Gedanken zum Thema „Landwirtschaft unter dem Gesichtspunkt der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“ kommt aufgrund der hier durchgeführten Recherche und der obigen ergänzenden Erläuterungen zu der Feststellung eines dringenden Handlungs-bedarfes. Politik muss Klarheit schaffen. Sie muss Nachhaltigkeit ausformulieren. Sie darf nicht bei einer unverbindlichen Leitbilddefinition stehen bleiben . Damit setzt sie den Wähler einem Interessenkonflikt zwischen Lobbys der Agrarindustrie einschl. der Biotechnologie einerseits und den NGOs andererseits aus. Sie muss der Verantwortung gerecht werden, um deren Übernahme sie sich beim Wähler beworben hat. Der Verweis der Bundeskanzlerin „Nachhaltigkeit geht jeden etwas an“ entbindet nicht von dieser Verantwortung. Die Grenze der Belastbarkeit der Erdsystemelemente Klima, Stickstoffkreislauf und Biodiversität ist bereits zu weit überschritten, als das man die weitere Entwicklung allein dem (oft interessenabhängigen) Engagement der Gesellschaft überlassen könnte. Auch die Gesellschaft ist deutlicher über Ihre Verantwortung aufzuklären, da ein direkter Zusammenhang zwischen einer nachhaltigen Landwirtschaft und dem Konsumverhalten besteht. Gegenwärtig wird das Kaufverhalten allzu oft von einer Niedrigpreisphilosophie verführt. Die Politik muss auch deutlicher erklären und Maßnahmen ergreifen, um zu zeigen, dass die Erzeugung von Lebensmitteln bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen ihren Preis hat. Sie muss auch erklären und Maßnahmen ergreifen um zu zeigen, dass der nachhaltigste Schritt zur Ressourcenschonung in der Vermeidung der Lebensmittel-verschwendung liegt. Nach Berichten verschiedener Organisationen werden jährlich ca. 1.300.000.000.000 kg Lebensmittel vernichtet. Das entspricht einem Drittel der Weltjahresproduktion. Diese Menge würde ausreichen, um mehreren Hundertmillionen Hungernden zu helfen. Die Vernichtung der Lebensmittel bedeutet zusätzliche Ressourcen-verschwendung in Form von Boden, Wasser, Energie, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Biodiversität und Arbeit.
An dieser Stelle legen wir einen Stopp ein. Man sieht welche Gedanken sich aus einem Klönschnack entwickeln können. Sie dokumentieren die Notwendigkeit ganzheitlicher Betrachtungen, die schon 1987 in den Leitgedanken der Bundtland-Kommission zu finden sind:
„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ und weiter
„Im wesentlichen ist dauerhafte Entwicklung ein Wandlungsprozess, in dem die Nutzung von Ressourcen, das Ziel von Investitionen, die Richtung technologischer Entwicklung und institutioneller Wandel miteinander harmonieren und das derzeitige und künftige Potential vergrößern, menschliche Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.
Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie greift die Leitgedanken auf. Die praktische Umsetzung wird den Erfordernissen bisher nicht gerecht.

Die Sendereihe wird fortgesetzt.
Januar 2014