ZEIT-KONFERENZ Agrar und Ernährung



Am 19.05.2014 habe ich an der ZEIT KONFERENZ Agrar & Ernährung in Berlin teilgenommen. Mein Ergebnis aus Sicht des Kunden (Konsumenten):
Es besteht erheblicher Aufklärungsbedarf zu dem Thema: „Wodurch zeichnet sich ein moderner nachhaltiger landwirtschafticher Betrieb aus? Was deutet Teilnahme am Weltmarkt?“ Darüber hinaus verstärkt sich mein Eindruck, dass die Einteilung in konventionelle und ökologische Landwirtschaft nicht zukunftsfähig ist und beide unter dem Label „Nachhaltige Landwirtschaft“ zusammengeführt werden sollten. Dadurch konnte Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie angepasst und eine Basis für einen Dialog zwischen Landwirten und Kunden geschaffen werden.

Das habe ich von der Veranstaltung mitgenommen (in Stichworten):
In den westlichen Ländern geht es heute nicht mehr um Bedürfnisbefriedigung sondern um die Erfüllung von Wünschen. Wünsche entstehen unbewusst, sind nicht zu befriedigen, es entstehen kontinuierlich neue Wünsche. Massenmedien spielen dabei eine Rolle. Trend zu „höheren“ Wünschen (Spiritualität).
Der Nutzen sozialer Netzwerke wurde kontrovers gesehen (von Massenmedien „unabhängige Meinungsbildung“ versus der „Mensch braucht Orientierung“).
Aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung müssen jährlich ca. 2,5% mehr Lebensmittel produziert werden. Ökologische Landwirtschaft schafft das nicht. Flächenstilllegungen sind aus Marktsicht kontraproduktiv. Die deutsche Agrarwirtschaft ist beispielhaft, verfügt über hervorragendes Knowhow und Produktionseffizienz. Deshalb für den Wettbewerb (Export) auf dem Weltmarkt bestens geeignet. Wenn keine Teilnahme, dann machen andere das Geschäft.
Wissenschaft sieht GAP kritisch. Politikstrukturen werden den Anforderungen der Agrarwirtschaft nicht gerecht. Gesetzliche Vorgaben nicht bei jedem Regierungswechsel verändern. Gegenwärtige Praxis führt zu Planungs- und Finanzierungsrisiken. Subventionen an konkrete Maßnahmen knüpfen. Maßnahmen in der Tierhaltung teilweise korrigieren.
Maßnahmen zur Erhöhung der Akzeptanz der Landwirtschaft erforderlich. Dialog zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft verstärken. Einbeziehung des Kunden. Gemeinsames Leitbild der Landwirtschaft (aus Sicht der Landwirte und der Kunden) erforderlich, um Missverständnisse/falsche Vorstellungen zu vermeiden. Ethische Gesichtspunkte stärker berücksichtigen. Transparenz der Produktionsmethoden.
Agrarindustrie hält weitere Effizienzsteigerung für erforderlich und möglich. Unklare Definition bzgl. „Kleiner Betrieb, gut – großer Betrieb schlecht“. Aufklärung bzgl. Antibiotika- und Pflanzenschutzmitteleinsatz. Keine weiteren Gräben zwischen den Landwirten, Bundesländern.