Fakten des Fleischkonsum (2) - Gesundheit - Gesundheitskosten

Die Gesundheit eines Menschen steht in engem Zusammenhang mit seinen Ernährungsgewohnheiten. In Fakten des Fleischkonsums (1) wurde auf den hohen Fleischkonsum in den Industrieländern hingewiesen, der neben anderen Faktoren zu einem Überangebot von Nahrungsenergie geführt hat. Abbildung 2.1 (rote Linie) zeigt die Entwicklung der verfügbaren Nahrungsenergie in Deutschland. In den übrigen Industrienationen wird eine vergleichbare Entwicklung beobachtet. Das Energie-angebot bzw. der damit verbundene Nahrungskonsum übersteigt seit ca. den 1970er Jahren den individuellen Energiebedarf von  ca. 2.700 bis 3100 kcal pro Tag (blau gestrichelter Bereich). Der sich daraus ergebende Durchschnittsbedarf von ca. 2.900 kcal pro Tag wird demzufolge gegenwärtig um ca. 580 kcal pro Tag übertroffen (3.480 - 2.900). Die langjährige Überversorgung hat zu einer  steigenden, altersabhängigen Übergewichtigkeit der Bevölkerung geführt (Abbildung 2.2 - blaue Linie). In der Altersgruppe der ca. 65-jährigen sind mit ca. 65%  mehr als doppelt so viele Menschen übergewichtig wie in der Altersgruppe der 30-jährigen mit einer Quote von ca. 30%.
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Abbildung 2.1
Übergewichtigkeit steht im Zusammenhang mit den sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselleiden und den daraus resultierenden Gesundheitskosten. Seit 1993 stiegen diese  Kosten von jährlich 150.000 Mio € auf  300.000 Mio € an (Abbildung 2.1- rote Linie).
Abbildung 2.2 (rote Säulen) ergänzt die Kostensituation und dokumentiert den Einfluss von Alter und Übergewicht auf die Gesundheitskosten. Bei den 30-jährigen, mit der oben bereits angesprochenen Übergewichtsquote von 30%,  betragen die jährlichen Aufwendungen ca. 1.250 € pro Einwohner. Bei den 65-jährigen erhöhen sich die Gesundheitskosten dagegen auf ca. 3.000 € pro Einwohner.


Abbildung 2.2
Die hier zusammengestellten Daten sprechen nicht generell gegen Fleischkonsum. Fleisch gehört zu den elementaren Nahrungsquellen. Ein erhöhter pro Kopf-Konsum hat jedoch negative Auswirkungen auf Gesundheit und damit verbundene Folgekosten und sollte vermieden werden.
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Zum Thema Fakten des Fleischkonsums gehören die Beiträge

I : Pro-Kopf-Konsum
II: Gesundheit - Gesundheitskosten
III bis..: werden ergänzt

Nitratbericht 2012 - Bewertung aus Sicht eines interessierten Laien

 Anlass

In der ZEIT-Ausgabe 37/2014 erschien der Artikel .„Das Wasser wird schlecht“ des Journalisten Fritz Vorholz -  eine Reaktion auf den Nitratbericht der Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt. Dieser Artikel sowie eine Art Gegendarstellung des Agrar-Ingenieurs Georg Keckl veranlassten mich einen offenen Brief an Herrn Vorholz zu schreiben. Der Brief blieb trotz Nachfrage unbeantwortet.
Beantwortet wurden meine offenen Briefe an die Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises Frau Stadler (Nachfrage) und Herrn Grosse-Brömer (Nachfrage), sowie die offenen Briefe an die Vorsitzenden der  Bundestagsausschüsse für Landwirtschaft Frau Connemann sowie für Umwelt Frau Höhn.
Die Formulierungen der Herren Vorholz und Keckl zu Thema Nitrat fielen inhaltlich deutlich differenzierter, dafür allergings auch deutlich polemischer aus als die der Politiker.
Letzlich habe ich versucht, mir ein eigenes Urteil zum Thema zu bilden. 

  Zusammenfassendes Ergebnis

Die EU hat sich mit der Wasserrahmenrichtlinie das Ziel gesetzt, bis 2015 für ihre Gewässer einen "Guten Zustand" zu erreichen. Aufgrund der Belastung der Gewässer durch Nitrat verabschiedete der Europäische Rat bereits 1991 die Richtlinie zum Schutz der Gewässer durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen. Die Richtlinie verpflichet die Mitgliedsländer alle vier Jahre einen sogenannten Nitratbericht zu erstellen. Die Ergebnisse des von den zuständigen Ministerien erarbeiteten aktuellen Berichtes von 2012 dokumentieren deutliche Reduzierungen der Nitratbelastungen seit Anfang der 1990er Jahre. Nach wie vor werden allerdings auch unzulässig hohe Nitratkonzentrationen nachgewiesen. Die Regionen mit hohem Viehsatz scheinen hier besonders betroffen zu sein. 
Das von Deutschland für den europäischen Vergleich gewählte Belastungsmessnetz entspricht offensichtlich nicht den Kriterien, die andere Länder in ihren Messnetzen zugrunde gelegt haben. Das führt zu einer Fehlplatzierung/-bewertung im EU-Ranking. Ob dieser Sachverhalt dazu geführt hat, dass die Bundesregierung eine von der EU angeforderte Stellungnahme zur Androhung einer Klage wegen Nichteinhaltung der Richtlinie (bis heute?) nicht beantwortet hat, bleibt mir eine Frage. Die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat Vorschläge für eine Anpassung des deutschen Messnetzes erarbeitet. 
Deutschland reagiert auf die bisherige Nichterreichung der Richtlinienziele mit einer (gemäß Internetrecherche lange überfälligen) Anpassung der Düngeverordnung. Der seit Dezember vorgelegte Entwurf stellt einen Kompromis zwischen den daran beteiligten Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt und Ihren jeweils dahinter stehenden Lobbygruppen dar. Die im Entwurf der Düngeverordung enthaltenen Änderungen erscheinen dem interessierten Laien plausibel - Die Zukunft wird zeigen, ob das reicht. Skepsis scheint angebracht, wenn man an das Sondergutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen denkt. In dem im Januar 2015 erschienenen über 500-seitigen Papier mit dem Titel "Stickstoff: Lösungsstrategien für ein dringendes Umweltproblem" heißt es, Zitat:
Die negativen Wirkungen des Eintrags von Stickstoffverbindungen in die Umwelt sind
ein persistent ungelöstes Problem. Somit besteht ein Gefälle zwischen den realisierten
Umweltmaßnahmen und dem erheblichen Handlungsbedarf,
um die Stickstoffeinträge auf ein Niveau zurückzuführen, das mit natürlichen Tragfähigkeitsgrenzen vereinbar ist.

Da steht nicht nur unser Lebensmittelkonsum in Verbindung mir den landwirtschaftlichen Produktionsmethoden auf dem Prüfstand. 
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1. Der Stickstoffkreislauf

Das chemische Element Stickstoff bildet mit ca. 78% den größten Bestandteil der Luft und nimmt an zahlreichen biologischen, physikalischen und chemischen Prozesse des Erdsystems teil. Diese Prozesse bilden ein Kreislaufsystem, das beispielhaft in folgendem Video gezeigt wird.
Video Stickstoffkreislauf


2. Stickstoff als Indikator der plantarischen Grenzen

Stickstoff gehört zu den Indikatoren, an denen die Belastbarkeit der Erde bewertet wird. Die Belastbarkeit des Indikators wird in Wissenschaftkreisen als überschritten angesehen. Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages geben dazu folgende Hinweise:
Nachhaltige Entwicklung - Planetarische Grenzen


3. EU-Richtlinien zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen durch Nitrat

Die Europäische Union zählt Nitrat zu den Bestandteilen der Gewässerverschmutzung. Landwirtschaftlichen Quellen gelten mit als die stärksten Nitratemittenten. Mit den Vorgaben der Richtlinie des Rates zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen durch Nitrat aus landwirschaftlichen Quellen (Nitratrichtline) sollen Gegenmaßnahmen umgesetzt werden.
91/676/EWG - Nitratrichtlinie

Übergeordetes und mitgeltendes Recht:
Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG)
Grundwasserrichtlinie (Richtlinie 2006/118)
Richtlinie über Umweltqualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik (Richtlinie 2008/105/EG)
Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (Richtlinie 2008/56/EG)
Wasserhaushaltsgesetz (WHG) 
Grundwasserverordnung (GrwV)
Oberflächengewässerverordnung (OGewV)

3.1 Überwachung der Gewässer - Messstellennetz

Die Nitratrichtlinie schreibt die Festlegung von Messstellen für die einzelnen Gewässerarten vor. Zusammengehörigen Messtellen werden als Messstellennetze bezeichnet, z.B. Messstellennetz "Grundwasser".
Deutschland unterhält Messstellennetzte für Fließgewässer, Seen, Küstengewasser, Nordsee, Ostsee und Grundwasser.
Deutschland hat sich für die Überwachung des Grundwassers für ein sogenanntes Belastungsmessstellennetz aus aktuell ca. 160 Messstellen entschieden. Es entspricht folgenden Kriterien:
  • Messstellen im oberflächennahen Grundwasserleiter (oberstes Grundwasserstockwerk, freies Grundwasser ohne Sperrschicht)
  • Messstellen mit bereits vor 1995 deutlich erhöhtem Nitratgehalt
  • Messstellen mit eindeutigem Bezug zu landwirtschaftlich genutzten Flächen
  • Aussagefähigkeit für ein möglichst großes Einzugsgebiet.
Diese richtlinienkonforme Auswahl ist umstritten, da sie nicht die durchschnittlichen Belastungen durch die Landwirtschaft, wie in anderen Mitgliedsstaaten, widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund belegt Deutschland im EU-Ränking den vorletzten Platz.


3.2 Ziele der Richtlinie - Bewertungskriterien

Der Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt wird über einen Schwellenwert kontrolliert. Der Schwellenwert für Grund- und Oberflächenwässer wurde mit 50 mg/l Nitrat festgelegt. Das entspricht dem Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung.
Eine Zusammenstellung von Gewässergüteklassen Nitrat findet man hier.
Die Messtellen werden in der Regel mehrmals im Jahr untersucht. In Abhängigkeit der Unter-suchungsergebnisse müssen die EU-Mitgliedsstaaten ggf. Maßnahmen definieren, um die Erreichung der Richtlinienziele (s.u.) schrittweise zu realisieren.

4. Zusammenfassung der Überwachungsergebnisse

4.1 Fließgewässer

Das Ziel "Guter Zustand" (Güteklasse II), d.h. ein Nitratwert von kleiner 11,1 mg/l Nitrat, wird von ca. 84% der Messtellen nicht erreicht. Die im Nitratbericht genannten unterschiedlichen Zu- und Abnahmen der Belastungen in den Messstellen deuten auf einen leichten Abnahme-Trend hin .
Abbildung 1: Quelle Nitratbericht bearbeitet durch Uni Gießen

4.2 Seen

Das Messstellennetz wurde im Laufe der Zeit mehrfach erweitert. Dadurch wird die Vergleichbarkeit der Jahresergebnisse erschwert. Aktuell befinden sich 90% der Seen in einem angestrebten "Guten Zustand".
Abbildung 2: Quelle: Nitratbericht
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4.3 Küstengewässer

Die Nitratbelastung der Nordsee ist deutlich höher als die der Ostsee. In beiden Fällen werden die Orientierungswerte nicht erreicht. Der Nitratbericht weist bei insgesamt leichter Verbesserung in einzelnen Messstellen auch auf steigende Werte hin.
Abbildung 3: Quelle: Eigene Aufbereitung Basis Nitratbereicht
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4.4 Grundwasser - Belastungsmessnetz

Die Ergebnisse des Belastungsmessnetzes dokumentieren einen signifikanten Anteil der Landwirtschaft an der Nitratbelastung des Grundwassers. In knapp 50% der Messstellen wird im aktuellen Zeitraum 2010 die europaweit geltende Qualitätsnorm von 50 mg/l Nitrat überschritten (s. Abbildung 4). Zu Beginn der Messungen (1992/1994) lag der dieser Messstellen bei ca. 65%. Die bisher eingeleiteten Maßnahmen zur Reduzierung der landwirtschaftlichen Nitrateinträge reichen dem zur Folge bisher nicht aus.
Abbildung 4: Belastungsabhängige Verteilung der Messstellen im Belastungsmessnetz, Quelle Nitratbericht 2012
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4.5 Grundwasser - EUA-Messnetz

Die alleinige Betrachtung des Belastungsmessnetz führt zu einer Überbewertung der landwirtschaftlichen Nitrat-Einträge in das Grundwasser. Deshalb verweist der Nitratbericht auf das repräsentativere EUA-Messnetz, das den Vorgaben des Waserrahmenrichtlinie der EU entspricht. Es besteht aus 739 Mestellen, die gleichmäßig über das ganze Bundesgebiet verteilt sind. In ca. 14% dieser Messstellen wird die EUA-Qualitätsnorm von kleiner 50 mg/l Nitrat bisher nicht erreicht (Abbildung 5)
Abbildung 5: Belastungsabhängige Verteilung der Messstellen im EUA-Messnetz; Quelle Nitratbericht 2012
342 Messtellen des EUA-Messnetzes befinden sich im Bereich landwirtschaftlicher Aktivitäten. Der Anteil der mit über 50 mg/l Nitrat belasteten Messstellen liegt hier (Abb.6) mit ca. 22% deutlich höher als im gesamten EUA-Messnetz (Abb.6). Ein Vergleich der übrigen Belastungsbereiche weist ebenfalls auf erhöhte Nitratgehalte im Grundwasser durch landwirtschaftliche Aktivitäten hin.
Abbildung 6: Belastungsabhängige Verteilung der Messstellen mit Nutzungseinfluss der Landwirtschaft; Quelle Nitratbericht 2012
Abbildung 7 dokumentiert die Nitratbelastungen in Abhängigkeit der unterschiedlichen landwirtschaftlichen Nutzung. Danach führt Ackerbau zu den höchtsen Nitratbelastungen. Dies scheint besonders vor dem Hintergrund der regenerativen Energiegewinnung von Bedeutung zu sein. Auffällig ist auch die Belastungssituation durch Besiedlung.
Abbildung7
Während im Belastungsmessnetz seit 1995 eine kontinuierliche Reduzierung der Nitratbelastungen, mit Einschränkung bzgl. der Messstellen mit Konzentrationen > 90mg/l, festgstellt werden kann (Abbildung 8), weist die durchschnittliche Nitratkonzentration im EUA-Messnetz seit ca.2005
Abbildung 8
eine zunehmende Belastung auf (Abbildung 9). Hier scheint es einen Zusammenhang mit der Erneuerbare-Energien-Gesetzgebung und den damit verbundenen Fördermaßnahmen zu geben.


Abbildung 9

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5. Stickstoffbilanzen

Zitat Nitratbericht 2012: 
Zur Identifizierung und Quantifizierung des Einflusses der landwirtschaftlichen Stickstoffdün­gung auf die Umwelt werden neben den Beprobungen der Messstellen auch Stickstoffbilan­zen berechnet, wobei sich die Stickstoffbilanz, hier die Flächenbilanz, rechnerisch aus der Differenz von Stickstoffzufuhr und Stickstoffabfuhr je landwirtschaftlicher Fläche, ergibt. Zu berücksichtigen ist, dass es sich dabei um eine vereinfachende Zusammenfassung und Be­rechnung von komplexen und sowohl räumlich als auch zeitlich variablen Prozessen handelt. Ermittelte Überschüsse dürfen nicht pauschal mit Verlusten in die Umwelt gleichgesetzt wer­den, da eine gewisse Stickstoffmenge für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit notwendig ist und die gasförmigen Stickstoffverluste, die im Stall sowie während der Lagerung und Aus­bringung von Wirtschaftsdüngern entstehen, bereits abgezogen wurden. Dennoch können die bilanzierten Überschüsse als Maß für die Umweltbelastung durch Stickstoff herangezo­gen werden. Ebenso können anhand der langjährigen Trends der Stickstoffüberschüsse Auswirkungen politischer Maßnahmen verfolgt werden.
Der Nitratbericht 2012 beschreibt die Entwicklung des Stickstoffüberschusses von 111 kg/ha in 1990 auf 68 kg/ha in 2010 (blaue Kurve Abbildung 11). Der Bericht verweist auf das statistische Bundesamt und erklärt die Abweichung gegenüber dem Indikatorenbericht 2012 der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie  mit einer Modifikation der Berechnungsmethodik. Danach hätte man im Indikatorenbericht 2014 (rote Kurve) eine Trendangleichung an den Stickstoffüberschuss gemäß Nitratbericht 2012 erwartet. Da das nicht der Fall ist, ergibt sich die Frage nach dem tatsächlichen Trend. Die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie benennt das Stickstoffüberschuss-Ziel für 2010 mit max. 80 kg/ha. Gemäß Nitratbericht wäre das Ziel erreicht. Dagegen weist der Indikatorenbericht 2014 neben einer deutlichen Zielverfehlung (98 kg//ha) auch einen Trendanstieg aus. Dieser Trendanstieg korreliert mit dem Trend der wieder ansteigenden Grundwasserkonzentration des EUA-Messnetzes (grüne Kurve). Aus dieser Perspektive sind die Ergebnisse des Nitratberichtes zu hinterfragen (siehe dazu unten: Kritik an der Berechnung der Stickstoffbilanz)


Abbildung 11: Eigene Zusammenstellung aus Daten des Nitratberichtes und des Indikatorenberichtes

Für die einzelnen Bundesländern werden unterschiedliche Stickstoffüberschüsse errechnet. Die Daten korrelieren mit dem Viehbesatz der Länder (vgl. BY, NI, NW, SH in Abbildung 12 errechnet aus Daten des statistischen Bundesamtes).

Abbildung 12: Quelle eigene Zusammenstellung aus Daten des Statistischen Bundesamtes

In der Zeit von 1999 bis 2009 wurden die Stickstoffüberschüsse ingesamt reduziert (vgl.%-Sätze in Abbildung 13). Auch dabei zeigt sich die Bedeutung des Viehbesatzes. In Ländern mit hohem Viehbesatz fällt die Verringerung des Stickstoffüberschusses deutlich geringer aus als in Ländern mit niedrigerem Viehbesatz. Die geringsten Reduzierungen von ca. 10 %  werden in Bundesländern mit einem Viehbesatz ca. 160 Großvieheinheiten (GV) pro 100 ha erreicht.

Abbildung 13: Quelle eigene Zusammenstellung aus Daten des Nitratberichtes und Stat. Bundesamt
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5.1 Kritik an der Berechnung der Stickstoffbilanz

Die Berechnung der Stickstoffbilanzen erfolgt offenbar bundesweit nicht einheitlich. Der Nitratbericht bezieht sich in Tabelle 3.1.2 vermutlich auf die Länderinitiative Kernindikatoren (LiKi). Der Indikatorenbericht 2014 -  Nachhaltige Entwicklung Deutschland - wird vom Statistischen Bundesamt erstellt und kommt, wie in Abbildung 11 gezeigt, zu abweichenden Ergebnissen (vgl.Indikatorenbericht S.41). Das Handbuch - Berechnung der Stickstoffbilanz für Landwirtschaft in Deutschland 1999 -2008 - stiftet bei dem interessierten Laien (und dem nicht akademisch gebildeten Landwirten) im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Ergebnissen eher Verwirrung.

6. Zukünftige Maßnahmen - Verbesserungen

6.1 Messstellennetz

Die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft LAWA sieht sich veranlasst, das Messstellennetz für den europäischen Vergleich anzupassen. Die Belastungskriterien werden in den einzelnen Ländern
Abbildung 14:

unterschiedlich festgelegt. Das spiegelt sich im Belastungs-Ranking und in einer entsprechend unterschiedlichen Messstellendichte wider (vgl. die Abbildungen 14 und 15; Quelle: Bayr. Landesamt für Umwelt)


Abbildung 15: Messstellendichte im europäischen Vergleich



Das  von der LAWA vorgeschlagene Messnetz (Abbildung 16) erscheint plausibel. Ob davon unabhängig belastungsintensive Bereiche (Belastungsnessnetz) weiterhin zu überwachen sind, sollte die Länder prüfen.

Abbildung 16: Vorschlag LAWA


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6.2 Anpassung der Düngeverordnung (DüV)

Die für Landwirtschaft und Umwelt zuständigen Ministerien haben sich auf eine Anpassung der Düngeverordnung geeinigt. Sie reagieren damit auf Artikel 5 der Nitratrichtlinie. Dieser fordert ein Aktionsprogramm, wenn die Ziele der Richtlinie im Überwachungszeitraum nicht erreicht wurden. Der folgende Snip stammt aus dem Entwurf der DüV:
Ob die Anpassung der DüV geeignet sind, die Ziel der Nitratrichtline zu erreichen, kann der interessierte Laie kaum beurteilen. Vor dem Hinterund der Ergebnisse des Nitratberichtes erscheinen sie plausibel.

Byung-Chul Han kontra Slavoj Zizek - Sehnsucht nach dem Feind

Die Philosophin Byung-Chul Han antwortet dem Philosophen Slavoj Zizek.
Zitat: Der globale Neoliberalismus baut immer mehr Sicherheit und Verbindlichkeiten ab...Niemand fühlt sich noch sicher in diesem rein auf Wettbewerb reduzierten System......Hier entsteht auch eine Sehnsucht...,derer sich sich sowohl der islamische Fundalismus als auch der Rechtsextremismus bedient.
Hier der gesamte Artikel: Sehnsucht nach dem Feind

Korruption weltweit

Dieser Link führt auf die Seite von TRANSPARENCY INTERNATIONAL und dokumentiert das Ranking der weltweiten Korruption. Wir sollten mit dem Ergbnis unseres Rechtsstaates zufrieden sein, ohne den weiteren Optimierungsbedarf zu vergessen.