Wer versteht das noch?

Leserbrief an die ZEIT
10.03.2018



Man liest viel über Menschen die sich abgehängt, nicht verstanden fühlen. Sie wenden sich den Populisten, den rechten Parteien zu. Aber es gibt auch (immer mehr) Menschen, denen es gut geht, die persönlich kaum Gründe zur Klage haben, die dennoch frustriert sind durch das, was immer umfassender in den Medien berichtet wird: die großen Herausforderungen. Die ZEIT-Ausgabe Nr. 11/2018 skizziert ein weites Spektrum individueller, nationaler und globaler Probleme. Versteht das noch jemand? Das ist nicht als Kritik an der ZEIT zu verstehen!. Wer kann beispielsweise aus eigener Kenntnis beurteilen, was tatsächlich passiert, wenn Trump mit den Zöllen spielt? Oder was wäre ein angemessener deutscher Beitrag in Afghanistan? Oder welche Auswirkungen haben Unternehmenskäufe von ausländischen Investoren auf die öffentliche Ordnung? Oder woran misst Uwe Jan Heuser seine Feststellung, Zitat: „Das ist ja das Schöne am Markt: Er ist nur schwer zu schlagen“. Interessant wäre es zu wissen, ob Lisa Nienhaus diese Einschätzung vor dem Hintergrund ihres persönlichen Dieselverbotsfrusts teilt. Um auf die oben gestellte Frage zurück-zukommen: ICH verstehe die „Welt“ NICHT (mehr). Das scheint (nicht nur) der „ZEIT“ ähnlich zu gehen. Man schreibt bzw. liest über die Ereignisse der Welt, ohne deren Zusammenhänge tatsächlich erkennen zu können. Damit frustfrei zu leben, gehört zu den großen Herausforderungen. Die postulierte Alternativlosigkeit einer globalen Digitalisierung macht die Herausforderungen der Zukunftsgestaltung nicht geringer. Die Frage nach dem Treiber dieser hoffnungstragenden Technologie sollte man Dorothee Bär mit auf den Weg geben.