Globale Gerechtigkeit (3)


David Miller (britischer Philosoph) sieht die Entstehung globaler Armut als Ergebnis interner und externer Faktoren. Ungelöste Fragen:
Wie ließe sich klären, zu welchen Teilen Armut in einem Land wie Burkina Faso das Ergebnis hausgemachter Entscheidungen ist, zu welchem Teil sie eine Nachwirkung des Kolonialismus darstellt, zu welchem Teil die Kreditpolitik der Weltbank die innerstaatliche Entwicklung beeinflusst hat und welche Rolle amerikanische Baumwollsubventionen für die Armut in diesem Land spielen. Miller tendiert im Gegensatz zu Pogge (s.Globale Gerechtigkeit 2) dazu, Armut primär auf national zu verantwortende Ursachen zurückzuführen.

(aus Henning Hahn, Globale Gerechtigkeit, CampusVerlag)
Vo/ 26.07.2018
                   Globale Gerechtigkeit 2
                   Globale Gerechtigkeit 4

Globale Gerechtigkeit (2)


Thomas Pogge (Prof. für Philosophie und Ethik,Yale Universität) betont, dass die gegenwärtige Weltordnung eine Mitschuld an der globale Armut trägt. Begründung: weil wenige mächtige Staaten allen anderen Ländern ein System politischer Institutionen und Regeln auferlegt haben, von denen nur sie selbst profitieren, während sie sich auf strukturschwache Staaten schädigend auswirken. Er sieht auch innerstaatliche Faktoren für die Armut, die er jedoch auf die Weltordnung zurückführt. Beispiel: Jede an die Macht geputschte Regierung erhält allein aufgrund der faktischen Souveränität bestimmte internationale Rechtstitel, die es ihr ermöglichen, sich gegen den Willen des Volkes an der Macht zu halten und sich und ihren Clan zu bereichern.
(aus Henning Hahn, Globale Gerechtigkeit, CampusVerlag)
Vo/ 25.07.2018

                   Globale Gerechtigkeit 3
                   Globale Gerechtigkeit 4

Globale Gerechtigkeit (1)


Die Globalisierung hat die Zusammengehörigkeit aller Menschen verdeutlicht. Die Ungerechtigkeiten qua Geburt werden bewusst (und verursachen Ängste?!). Der Westler erkennt oder spürt/ahnt, dass er seine globale Verantwortung neu definieren muss. Man kann nicht einteilen in schützenswertes und auszugrenzendes Leben. Die Anerkennung globaler Gleichberechtigung ist die Voraussetzung, noch nicht die Lösung der Flüchtlingsprobleme.
Vo/24.07.2018
                   Globale Gerechtigkeit 3
                   Globale Gerechtigkeit 4